Welchen Einfluss hat der digitale Wandel auf die Lehre und Bildungslandschaft im Bereich der Erwachsenenbildung?

 

Ein Beitrag von Dr. Lukas Kagerbauer

 

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Oftmals wird die Digitalisierung im Bildungsbereich ausschließlich mit dem Wechsel vom Hörsaal auf Zoom oder Teams gleichgesetzt. Die Auswirkungen des digitalen Wandels auf den Bildungsbereich sind jedoch wesentlich weitreichender.

In der aktuellen Folge des Podcast „Arbeit Bildung Zukunft“ habe ich mit Prof. Dr. Frédéric Thiesse, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Systementwicklung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg über dieses Thema diskutiert. Wir haben die Auswirkungen des digitalen Wandels auf den Bildungsbereich aus verschiedenen Betrachtungsebenen betrachtet:

🔍 Mikroperspektive:

Hierunter kann der Wandel von Präsenzlehre zum Online-Unterricht subsummiert werden. Im Zuge der Corona-Pandemie hat dieser Wandel an Geschwindigkeit gewonnen. Es ist jedoch festzuhalten, dass viele digitale Lernformate (Flipped Classrooms, Blended-Learning-Formate etc.) nicht neu sind und sich schon seit vielen Jahren im Einsatz befinden. Die Besonderheit in der aktuellen Zeit besteht darin, dass der Wandel im Zuge der Corona-Pandemie auf Knopfdruck und nahezu vollständig erfolgen musste. Ob Präsenz- oder Online-Lehre einen höheren Lernerfolg bieten, ist nicht abschließend und empirisch geklärt. Digitale Formate können einen Mehrwert bringen. Neue Tools wie z.B. Live-Umfragen bieten zusätzliche Möglichkeiten. Um die neuen Werkzeuge zielgerichtet einsetzen zu können, bedarf es jedoch angepasster didaktischer Konzepte. Die fortlaufende Qualifizierung der Lehrenden ist von hoher Bedeutung.

🌐 Makroperspektive:

Der digitale Wandel führt zu einer massiven Veränderung der Wettbewerbssituation im Bildungssektor. Was bedeutet das und warum ist dieser Diskurs in der öffentlichen Debatte eher unterrepräsentiert? Zwar genießen die lokalen Studiengänge, Lehrgänge und Zertifikate von Hochschulen, Industrie- und Handelskammern oder Handwerkskammern nach wie vor hohe Akzeptanz. Durch eine zunehmende Digitalisierung, Globalisierung und Flexibilisierung von Bildungsangeboten wird der Druck auf klassische Institutionen steigen. Digitale Bildungsangebote sind heute schon in vielen Bereichen von hoher Qualität verfügbar. Globale Reichweite und Transparenz intensivieren den Wettbewerb. In der Folge steigt die Bedeutung von Qualität. Die Vorzüge der reinen Lokalität reichen nicht mehr aus.

Fazit:

➡️ Digitalisierung im (Erwachsenen-)Bildungsbereich ist mehr als nur der Switch vom Hörsaal auf Teams oder Zoom!

➡️ Der Wettbewerbsdruck steigt angesichts globaler Reichweite und Transparenz.

➡️ Wer sich heute über die Gestaltung von Lehrangeboten Gedanken macht, sollte sich mit den neuen Rahmenbedingungen und Kundenbedürfnissen auseinandersetzen.

 

Mehr Details hierzu gibt es in Folge #31 des Podcast „Arbeit Bildung Zukunft“.

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